DIE BEWEGUNG "ES LEBE, WER ALT IST"
Die Aktivitäten
Eine Bewegung alter Menschen für die alten Menschen und für die ganze Gesellschaft |

Die Bewegung hat ihr spezielles Betätigungsfeld in der konkreten Solidarität gefunden, vor allem gegenüber sehr einsamen und schwachen alten Menschen. Ein Besuch bei einem Menschen, der sich vom Kreislauf des Lebens ausgeschlossen fühlt, kann Hoffnung schenken und neue Energien geben. Dies ist die konkreteste Art und Weise, um den Wert des Lebens eines alten und eines jeden Menschen zu betonen. Genau deswegen hat die Bewegung die Kampagne "Eine Stunde Zeit" ins Leben gerufen. Durch die Worte von Anna, einer alten Frau, die im Altenheim lebt und die um Begleitung und Freundschaft bittet, soll das ehrenamtliche Engagement alter Menschen gefördert werden, um die Einsamkeit vieler alter Menschen in Heimen zu lindern.
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Das Gebet: Aufgabe für die alten Menschen |

Die alten Menschen verfügen über viele Energien, die das moralische Empfinden und die Spiritualität betreffen, und diese Energien können ein Schatz für alle sein. Denken wir nur an das Gebet, das wirklich ein besonderer Auftrag für die alten Menschen ist. Angesichts der großen Probleme, die die ganze Menschheit betreffen und angesichts derer wir alle uns machtlos fühlen und/oder gleichgültig sind, stellt das Gebet eine tatsächliche und konkrete Kraft der Veränderung, der Hoffnung, der Erweiterung des Horizontes und der Nähe zu allen dar. Das Gebet ist ein Dienst, den alle tun können, auch die Schwächsten.
Das Gebet ist ein Reichtum, über den vor allem die alten Menschen verfügen und den die Welt braucht. Es ist die Kraft der alten Menschen, es ist die sanftmütige Kraft der Schwachen. "Es lebe, wer alt ist" ist also auch eine Bewegung des Gebetes. Tausende von alten Menschen in allen Teilen der Welt beten mit uns für die Nöte und Bedürfnisse der ganzen Menschheit.
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Die Bewegung "Es lebe, wer alt ist" in den Altenheimen |

Die Bewegung "Es lebe, wer alt ist" ist auch in vielen geriatrischen Einrichtungen in Europa und Amerika gegründet worden. Die Bewegung legt auch in ihrem Programm besonderen Wert auf die bevorzugte Aufmerksamkeit gegenüber den sehr einsamen und sehr schwachen alten Menschen. Der Geist der Bewegung ist ein Vorschlag, die Umgebung, in der viele alte Menschen gezwungenermaßen leben müssen und in der sich das Zusammenleben oft schwierig gestaltet, menschlicher zu machen. Auch die Heimbewohner, die der Bewegung angehören, leben die Solidarität gegenüber einsameren und kränkeren Mitbewohnern, indem sie auf sehr konkrete Weise dazu beitragen, das Leben dieser Menschen froher zu machen. Obwohl sie sehr alt sind und sich oft selbst mit ernsthaften Problemen herumschlagen müssen, fühlen sie sich dafür verantwortlich, vielen ihrer Altersgenossen zu helfen, damit sie sich nicht selbst isolieren. Und sie tun dies, indem sie ein Umfeld schaffen, in dem jeder würdig und erfüllt leben kann. Die Heimbewohner, die der Bewegung angehören, machen so auch Orte menschlich, die von vielen als unmenschlich empfunden werden. In vielen Heimen treffen sich die Mitglieder der Bewegung regelmäßig, um neue Initiativen der Hilfe zur Selbsthilfe, zum Selbstschutz, zur Aktivität und zur Eingewöhnung in das neue Umfeld zu starten.
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Solidarische alte Menschen |

Viele alte Menschen, die der Bewegung angehören, sind auch bei anderen Solidaritätsaktionen engagiert. Sie bezeugen allen, dass es immer möglich ist, sich eines anderen anzunehmen, der noch ärmer und schwächer ist. Viele von ihnen begleiten und unterstützen alte Menschen, die in Schwierigkeiten sind .Die Nachbarschaftshilfe im Haus oder im Stadtviertel ist eine der verbreitetsten Formen der Hilfe. Andere bereiten Brote für die Obdachlosen vor, die die Straßen unserer Städte bevölkern, und helfen so dem Dienst der Gemeinschaft Freunde auf der Straße. Sie kümmern sich auch darum, Gelder zu sammeln, um verschiedene Aktionen der Gemeinschaft zu finanzieren, zum Beispiel durch Kollekten und Wohltätigkeitsbasare. Wieder andere sammeln gebrauchte Kleider, sortieren sie und richten sie wieder her für Arme, Gefangene und auch für den Versand in Länder des Südens der Welt.
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Eine Bewegung ohne Mauern |

Die Bewegung organisiert außerdem Treffen zwischen Alten und Jugendlichen, Kindern und Heranwachsenden. Die jüngere Generation verliert oft den Sinn für die Geschichte und damit auch einen wichtigen Teil der eigenen Identität. Der Grund hierfür liegt auch in den Lebensumständen, welche die Jungen immer mehr von den alten Menschen entfernen, und die so den Dialog zwischen den Generationen behindern. Die alten Menschen können den jungen Leuten ihre Geschichte erzählen. Sie vermitteln, wie schrecklich der Krieg ist und wie viel Wert es hat, den Frieden zu verteidigen und zu lieben. Aus diesen Begegnungen sind wichtige Erfahrungen von Freundschaft entstanden, die zudem reich an pädagogischen Inhalten sind. Sehr wichtig sind auch die Begegnungen von alten Menschen und Menschen aus der Dritten Welt. Viele Einwanderer, die aus dem Süden der Welt in die westlichen Länder kommen, arbeiten für die alten Menschen als Haushaltshilfen und häusliche Krankenpfleger. Die Möglichkeit, sich kennen zu lernen, zu achten und Kultur und Geschichte des jeweils anderen zu verstehen, hilft bei den Beziehungen, die von Natur aus nicht immer einfach sind.
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